Unsere Projekte im Überblick

Katmandu/Nepal

Im Mai 2016 hat unser Vereinsmitglied Rolf Dieter Löw das von uns unterstützte Schulneubauprojekt in Nepal besucht und konnte sich selbst davon überzeugen, dass der fast fertiggestellte Rohbau keinerlei Schäden durch das schwere Erdbeben im Frühjahr 2015 aufwies. Weniger erfreulich war allerdings die Tatsache, dass seit dem letzten Besuch Anfang 2015 kein Fortschritt zu erkennen war. Verantwortlich für diese Verzögerung waren das schwere Erdbeben und politische Konflikte, die zu einer Schließung der Grenze zwischen Nepal und Indien führten. Durch diese Ereignisse kam es zu einem extremen Mangel an Baumaterialien und zu einem exorbitanten Preisanstieg dieser Güter. Unsere Partnerorganisation „Green Society“ in Nepal musste daraufhin vorübergehend die Bautätigkeiten einstellen. Erst im Mai 2016 wurde die Bautätigkeit wieder aufgenommen und mit der Toilettenanlage und den Waschräumen begonnen. Geplant ist nun die Eröffnung im April 2017. Trotz einer Normalisierung der politischen und wirtschaftlichen Situation in Nepal sind die Kosten höher als gedacht. Nach Rücksprache ist deshalb unsere Spende für 2015 nicht für den Kauf von Schulmöbeln verwendet worden, sondern für den Innenausbau. Eine weitere Unterstützung wird nach Vorlage eines geeigneten Vorschlags und einer konkreten Kostenaufstellung erfolgen. Wünschenswert ist darüber hinaus, dass die wohl durch das Erdbeben bedingten Probleme mit der Kommunikation zukünftig abgestellt werden. In diesem Zusammenhang ist es besonders erfreulich, dass Rolf Dieter Löw ab September 2016 unser Schulprojekt in Nepal aus nächster Nähe beobachten kann, da er für drei Monate in Nepal als Kinderarzt arbeiten wird.

Mitraniketan/Indien

Im Februar 2016 wurde in einer festlichen Zeremonie das neue Mädchenwohnheim in Mitraniketan eingeweiht. Schüler, Eltern und Lehrer des Heisenberg-Gymnasiums Karlsruhe, darunter auch Mitglieder des Vereins „Zukunft für Kinder“, hatten die Tage vor der Feierstunde tatkräftig mitgeholfen, die letzten Arbeiten (das Ausmalen der Böden in den Schlaf- und Aufenthaltsräumen sowie eine Generalreinigung) abzuschließen. Die Direktorin Mitraniketans, Mrs Sethu Viswanathan, und einige Mitglieder unseres Vereins eröffneten – einem hinduistischen Ritus entsprechend – mit dem Durchschneiden von Blumengirlanden und mehreren Weihrauchopfern an die Götter das nunmehr komplett fertiggestellte Gebäude für die indischen Schülerinnen, die ihr zukünftiges Zuhause in Augenschein nehmen durften. Die Meinung aller Beteiligten war einhellig: Hier wurde ein Mädchenwohnheim geschaffen, das nicht nur funktional ist und technischen sowie hygienischen Standards entspricht, sondern in dem sich die indischen Mädchen wohlfühlen werden.

Um die Trinkwasserversorgung auch in Trockenzeiten zu gewährleisten, wurden unter Mithilfe der deutschen Schülerinnen und Schüler zwei Fundamente für Wassertanks gebaut, die das Regenwasser vom Dach des neuen Hostels sammeln. Darüber hinaus wird der Verein einen weiteren Tiefbrunnen in unmittelbarer Nähe des Wohnheims finanzieren, um die Trinkwasserversorgung der Mädchen von den immer häufiger auftretenden trockenen Perioden unabhängig zu machen.

Einen weiteren Schwerpunkt der diesjährigen Unterstützung Mitraniketans bildete die Sanierung der Töpferei, eine der Einnahmequellen zur Deckung der laufenden Kosten des Schulbetriebs. Insbesondere musste das marode Dach erneuert werden. Die Dachziegel waren porös, zerbrochen oder fehlten ganz, so dass eine Arbeit in der Töpferei während der Regenzeiten nicht mehr möglich war. Das Dach wurde von den deutschen Schülerinnen und Schülern abgetragen, die noch brauchbaren Dachziegel für eine weitere Verwendung gesammelt, der Dachstuhl teilweise ausgebessert und neu gedeckt.

Insgesamt hat das Projekt „Mitraniketan“ in den letzten Jahren an finanzieller Stabilität gewonnen. Die laufenden Kosten können erwirtschaftet werden. Probleme gibt es allerdings immer wieder, wenn zusätzliche Ausgaben notwendig sind oder Gebäude saniert werden müssen. So bestand eine weitere „kleine“ Hilfsmaßnahme darin, den Bestand an Medikamenten der Krankenstation zu ergänzen. Besonders wichtig sind Arzneien gegen Würmer und zur Behandlung von Krätzmilben – ein Parasitenbefall, der nahezu regelmäßig vorhanden ist, wenn die Kinder nach den Ferien aus ihren Heimatdörfern nach Mitraniketan zurückkehren.

Sakhinettipalli/Indien

Seit unserer Jahresversammlung sind die dort angesprochenen kurzzeitigen Kommunikationsprobleme glücklicherweise überwunden. Reverend Samuel hat uns einige Bilder übermittelt, die die im Protokoll angesprochene Verwendung der Gelder bis dahin bestätigen. Vor allem die Geräte zur Aufbereitung des Trinkwassers scheinen technisch aufwendig und umfangreich zu sein. Aber auch die neuen Betten, Matratzen und Decken einschließlich neuer Bettgestelle sehen recht ansprechend aus. Reverend Samuel übermittelt uns weiterhin, dass es allen Heimbewohnern gut geht und dass die Schule trotz einiger Probleme recht ordentlich funktioniert. Es müssen aber noch mehr externe Schüler aus dem Dorf und der näheren Umgebung gewonnen werden, damit sich die Kosten besser verteilen. Der Kauf eines von uns mitfinanzierten Vans, der diese Kinder zur Schule und zurück fahren soll, kann hier gute Dienste leisten.

Rev. Samuel bedankt sich noch einmal sehr für unsere Spenden, die eine große Hilfe für das Projekt darstellen, das ansonsten mit recht eingeschränktem Budget ausgestattet ist. Alle, vor allem auch die Kinder, würden sich sehr freuen, wenn wieder einmal ein Besuch aus Deutschland nach Sakhinettipalli kommen könnte. Vielleicht wird das in näherer Zukunft auch wieder einmal möglich sein! Der bisherige Verlauf der Zusammenarbeit macht uns sehr zuversichtlich, dass auch die Spende für die neuen Projekte (siehe Protokoll) in vollem Umfang entsprechend unserer Vereinbarungen verwendet wird.