Unsere Projekte im Überblick – Stand 2017

Katmandu/Nepal

Das Schulgebäude in der Nähe von Katmandu (Sauraha) ist fertiggestellt, Klassenzimmer und Toiletten sind gefliest, die Elektroinstallation ist bis auf wenige Ausnahmen installiert. Der Auftrag zur Herstellung der Schulbänke, -tische und sonstigen Möbel ist vergeben. Zur Zeit werden die Metallgeländer an den Außengängen vor den Klassenzimmern und im Treppenhaus installiert. Arbeitsverträge mit elf Lehrern, die im nächsten Schuljahr den Unterricht halten werden, wurden erfolgreich abgeschlossen. Außerdem wurde ein Schulbus angeschafft, der morgens die Schüler aus den umliegenden Dörfern einsammelt und abends nach Schulende in ihre Dorfgemeinschaften zurückbringt. Voraussichtlich wird die feierliche Eröffnung der Schule im Herbst stattfinden, um möglichst vielen Spendern eine Teilnahme zu ermöglichen. Auch wir wollen die Gelegenheit wahrnehmen, um uns persönlich von der immensen Aufbauleistung des Projektträgers zu überzeugen. Erinnert sei in diesem Zusammenhang an die politischen und ökonomischen Querelen in der Folge des Erdbebens in Nepal. Wenngleich der Schulbetrieb offiziell erst im April 2018 startet, ist zwischenzeitlich eine Teilnutzung der Schule für soziale bzw. kommunale Zwecke (Bibliothek, Erwachsenenbildung etc.) vorgesehen. Für die EDV-Versorgung der Schule sind bereits einige Laptops als Spenden überreicht worden

Mitraniketan/Indien

In Mitraniketan wurde in den letzten Jahren sehr viel Wert auf die Verbesserung der Trinkwasserversorgung gelegt. Diese Hilfe hat Früchte getragen. Trotz der zu geringen Regenwasserfälle in 2016 reichten die Wasservorräte fast bis zum Ende des Schuljahrs im Frühjahr 2017, so dass der Schulbetrieb nicht (wie zwei Jahre zuvor) eingestellt werden musste. Die von uns finanzierten Tiefbrunnen sowie die bisher errichteten Regenwassertanks haben sich bewährt, auch wenn wiederum Trinkwasser dazugekauft werden musste. Das Thema Wasserversorgung wird uns auch künftig weiter beschäftigen, weil die Regenfälle während der Monsunzeiten in den letzten Jahren im Mittel geringer ausgefallen sind und der zweite Monsun fast ausgeblieben ist. Trinkwasser ist in Indien gerade in den Trockenzeiten sehr teuer und belastet das finanzielle Budget Mitraniketans zusätzlich. Aus diesem Grund hat sich die Gruppe des Heisenberg-Gymnasiums, die im Februar 2017 zum 15. Mal Mitraniketan besucht hat, um praktische Entwicklungshilfe vor Ort zu leisten, auf die Verbesserung der Wasserversorgung konzentriert. Vier weitere Fundamente für Wassertanks, die das (knappe) Regenwasser von den Dächern aufsammeln sollen, wurden von den Schülerinnen und Schülern gebaut. Die Heisenberger hoben die Löcher aus, schleppten (oder rollten) über längere Strecken schwere Granitsteine, halfen beim Mauern, Betonieren und Verputzen der Fundamente und stellten anschließend die ebenfalls von uns finanzierten Tanks auf. Darüber hinaus wurden die Tiefbrunnen mit Gittern, die zuvor mit Rostschutzmitteln behandelt und gestrichen worden waren, abgesichert.

Nachdem im letzten Jahr das neue zweistöckige Mädchenwohnheim feierlich eingeweiht worden war, wohnen inzwischen alle Mädchen (über 100) in dem komplett fertiggestellten Gebäude. Wenngleich so erneut ein räumlicher Engpass entstanden ist, war ein weiteres Bewohnen des alten Girls-Hostels unter den (nicht mehr) gegebenen technischen und hygienischen Bedingungen absolut unzumutbar. Künftige Aufgabe muss daher die Sanierung des früheren Mädchenwohnheims sein. Allerdings übersteigen die geschätzten Gesamtkosten einer Renovierung von etwa 50.000 Euro das Budget unseres Vereins deutlich und können nur über einen weiteren Antrag an das Bundesministerium für Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) finanziert werden. Der Anteil für „Zukunft für Kinder“ würde 25 Prozent betragen. Die Mitgliederversammlung unseres Vereins hat im April 2017 beschlossen, diese Fördermittel für das Jahr 2018  zu beantragen und bereits in diesem Jahr 7.500 Euro für das neue Projekt  zurückzustellen. Um die räumlich beengte Situation kurzfristig etwas abzumildern, haben die Schülerinnen und Schüler des Heisenberg-Gymnasiums zwei Zimmer des alten Mädchenwohnheims provisorisch als Aufenthaltsräume hergerichtet.

Insgesamt steht das „Projekt“ Mitraniketan auf einer soliden Basis. Die Neubauten sind weitgehend abgeschlossen. Selbstverständlich müssen immer wieder Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt werden, um die Gebäude sowie die Infrastruktur Mitraniketans dauerhaft zu erhalten und den Kindern und allen Bewohnern ein menschenwürdiges Leben, Lernen und Arbeiten zu ermöglichen.

Sakhinettipalli/Indien

Unser Projekt zur Unterstützung der Waisen und behinderten Kinder in Sakhinettipalli steht seit vielen Jahren – auch durch unsere Unterstützung – auf einer soliden Basis und wird auch in Zukunft gut florieren. Dies liegt auch an der überschaubaren Größe und der aufopferungsvollen Arbeit und Fürsorge der Familie Nathan vor Ort. Nach wie vor werden ca. 50 Kinder auf  dem Campus betreut. Sie sind weitgehend in die Familie integriert, was allein schon eine riesige Aufgabe darstellt. Einige der Schüler, die wir noch von unseren Aufenthalten 2010 und 2012 kennen, haben inzwischen das Camp verlassen und eine Arbeit gefunden. Manche haben mittlerweile sogar geheiratet und eine Familie gegründet. Einige von den älteren Schülern konnten einen Schulabschluss machen (grade 10th public exams).

Für die nächste Zeit sind  aber weitere Investitionen notwendig, um die Bedingungen für die Kinder zu verbessern. So sind Instandhaltungsarbeiten in den Toiletten und Waschräumen durchzuführen. Das Drainagesystem muss erneuert bzw. neu angelegt werden. Dies ist eine ganz wichtige Aufgabe, denn stehendes Wasser birgt in den Tropen immer große Gefahren für die Übertragung von Krankheiten wie Malaria etc. Eine Mauer um den Campus soll die Kinder in Zukunft besser vor unerwünschten „Besuchern“, streunenden Hunden und wilden Tieren schützen. Eine eigene Solar-Stromanlage soll die unsichere staatliche Versorgung ergänzen. Aber auch einfache Maßnahmen, wie z.B. die Ausstattung der Schlafräume mit Moskitonetzen, wollen finanziert werden. Daneben fallen natürlich noch die laufenden Kosten für die Versorgung der Kinder sowie für die Schule an. Sie sehen also, es gibt genug zu tun und für uns gute Gründe, dieses Projekt weiterhin zu unterstützen.

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Informationen verpasst? Bitte hier Stand der Projekte in 2016 lesen –

Katmandu/Nepal

Im Mai 2016 hat unser Vereinsmitglied Rolf Dieter Löw das von uns unterstützte Schulneubauprojekt in Nepal besucht und konnte sich selbst davon überzeugen, dass der fast fertiggestellte Rohbau keinerlei Schäden durch das schwere Erdbeben im Frühjahr 2015 aufwies. Weniger erfreulich war allerdings die Tatsache, dass seit dem letzten Besuch Anfang 2015 kein Fortschritt zu erkennen war. Verantwortlich für diese Verzögerung waren das schwere Erdbeben und politische Konflikte, die zu einer Schließung der Grenze zwischen Nepal und Indien führten. Durch diese Ereignisse kam es zu einem extremen Mangel an Baumaterialien und zu einem exorbitanten Preisanstieg dieser Güter. Unsere Partnerorganisation „Green Society“ in Nepal musste daraufhin vorübergehend die Bautätigkeiten einstellen. Erst im Mai 2016 wurde die Bautätigkeit wieder aufgenommen und mit der Toilettenanlage und den Waschräumen begonnen. Geplant ist nun die Eröffnung im April 2017. Trotz einer Normalisierung der politischen und wirtschaftlichen Situation in Nepal sind die Kosten höher als gedacht. Nach Rücksprache ist deshalb unsere Spende für 2015 nicht für den Kauf von Schulmöbeln verwendet worden, sondern für den Innenausbau. Eine weitere Unterstützung wird nach Vorlage eines geeigneten Vorschlags und einer konkreten Kostenaufstellung erfolgen. Wünschenswert ist darüber hinaus, dass die wohl durch das Erdbeben bedingten Probleme mit der Kommunikation zukünftig abgestellt werden. In diesem Zusammenhang ist es besonders erfreulich, dass Rolf Dieter Löw ab September 2016 unser Schulprojekt in Nepal aus nächster Nähe beobachten kann, da er für drei Monate in Nepal als Kinderarzt arbeiten wird.

Mitraniketan/Indien

Im Februar 2016 wurde in einer festlichen Zeremonie das neue Mädchenwohnheim in Mitraniketan eingeweiht. Schüler, Eltern und Lehrer des Heisenberg-Gymnasiums Karlsruhe, darunter auch Mitglieder des Vereins „Zukunft für Kinder“, hatten die Tage vor der Feierstunde tatkräftig mitgeholfen, die letzten Arbeiten (das Ausmalen der Böden in den Schlaf- und Aufenthaltsräumen sowie eine Generalreinigung) abzuschließen. Die Direktorin Mitraniketans, Mrs Sethu Viswanathan, und einige Mitglieder unseres Vereins eröffneten – einem hinduistischen Ritus entsprechend – mit dem Durchschneiden von Blumengirlanden und mehreren Weihrauchopfern an die Götter das nunmehr komplett fertiggestellte Gebäude für die indischen Schülerinnen, die ihr zukünftiges Zuhause in Augenschein nehmen durften. Die Meinung aller Beteiligten war einhellig: Hier wurde ein Mädchenwohnheim geschaffen, das nicht nur funktional ist und technischen sowie hygienischen Standards entspricht, sondern in dem sich die indischen Mädchen wohlfühlen werden.

Um die Trinkwasserversorgung auch in Trockenzeiten zu gewährleisten, wurden unter Mithilfe der deutschen Schülerinnen und Schüler zwei Fundamente für Wassertanks gebaut, die das Regenwasser vom Dach des neuen Hostels sammeln. Darüber hinaus wird der Verein einen weiteren Tiefbrunnen in unmittelbarer Nähe des Wohnheims finanzieren, um die Trinkwasserversorgung der Mädchen von den immer häufiger auftretenden trockenen Perioden unabhängig zu machen.

Einen weiteren Schwerpunkt der diesjährigen Unterstützung Mitraniketans bildete die Sanierung der Töpferei, eine der Einnahmequellen zur Deckung der laufenden Kosten des Schulbetriebs. Insbesondere musste das marode Dach erneuert werden. Die Dachziegel waren porös, zerbrochen oder fehlten ganz, so dass eine Arbeit in der Töpferei während der Regenzeiten nicht mehr möglich war. Das Dach wurde von den deutschen Schülerinnen und Schülern abgetragen, die noch brauchbaren Dachziegel für eine weitere Verwendung gesammelt, der Dachstuhl teilweise ausgebessert und neu gedeckt.

Insgesamt hat das Projekt „Mitraniketan“ in den letzten Jahren an finanzieller Stabilität gewonnen. Die laufenden Kosten können erwirtschaftet werden. Probleme gibt es allerdings immer wieder, wenn zusätzliche Ausgaben notwendig sind oder Gebäude saniert werden müssen. So bestand eine weitere „kleine“ Hilfsmaßnahme darin, den Bestand an Medikamenten der Krankenstation zu ergänzen. Besonders wichtig sind Arzneien gegen Würmer und zur Behandlung von Krätzmilben – ein Parasitenbefall, der nahezu regelmäßig vorhanden ist, wenn die Kinder nach den Ferien aus ihren Heimatdörfern nach Mitraniketan zurückkehren.

Sakhinettipalli/Indien

Seit unserer Jahresversammlung sind die dort angesprochenen kurzzeitigen Kommunikationsprobleme glücklicherweise überwunden. Reverend Samuel hat uns einige Bilder übermittelt, die die im Protokoll angesprochene Verwendung der Gelder bis dahin bestätigen. Vor allem die Geräte zur Aufbereitung des Trinkwassers scheinen technisch aufwendig und umfangreich zu sein. Aber auch die neuen Betten, Matratzen und Decken einschließlich neuer Bettgestelle sehen recht ansprechend aus. Reverend Samuel übermittelt uns weiterhin, dass es allen Heimbewohnern gut geht und dass die Schule trotz einiger Probleme recht ordentlich funktioniert. Es müssen aber noch mehr externe Schüler aus dem Dorf und der näheren Umgebung gewonnen werden, damit sich die Kosten besser verteilen. Der Kauf eines von uns mitfinanzierten Vans, der diese Kinder zur Schule und zurück fahren soll, kann hier gute Dienste leisten.

Rev. Samuel bedankt sich noch einmal sehr für unsere Spenden, die eine große Hilfe für das Projekt darstellen, das ansonsten mit recht eingeschränktem Budget ausgestattet ist. Alle, vor allem auch die Kinder, würden sich sehr freuen, wenn wieder einmal ein Besuch aus Deutschland nach Sakhinettipalli kommen könnte. Vielleicht wird das in näherer Zukunft auch wieder einmal möglich sein! Der bisherige Verlauf der Zusammenarbeit macht uns sehr zuversichtlich, dass auch die Spende für die neuen Projekte (siehe Protokoll) in vollem Umfang entsprechend unserer Vereinbarungen verwendet wird.