Unsere Projekte im Überblick – Stand 2019

Katmandu/Nepal: 

Die „Mountain View English School“ in Chitwan (in der Nähe von Katmandu), die wir wie in den Jahren zuvor mit 6000 Euro unterstützt haben, ist fertiggestellt und  voll in Betrieb. Inzwischen besuchen 350 Schüler die Klassen 1- 9, die von 21 Lehrern betreut werden. Auch dieses Jahr konnte sich Rolf Dieter Löw in den Monaten März und April davon überzeugen, dass die Schule gute Arbeit leistet, bei der Bevölkerung einen exzellenten Ruf hat und akzeptiert wird. Der vorgesehene Schulgarten konnte aus finanziellen Gründen noch nicht verwirklicht werden. Ende diesen Jahres bzw. Anfang nächsten Jahres ist eine Aufstockung des Schulgebäudes mit bis zu fünf Klassenzimmern zur Erweiterung der Klassenstufen vorgesehen, damit die derzeitigen Schüler keinen Schulwechsel mehr vor ihrem Schulabschluss  vornehmen müssen und neue gesetzliche Vorgaben wie die Klassenzimmergröße etc. eingehalten werden können. Probleme bereitet die finanzielle Ausstattung der Schule. Die laufenden Kosten wie das Gehalt der Lehrer, Unterrichtsmaterialien etc. können nur knapp oder teilweise mit den Schulgeldern bestritten werden. Das finanzielle Defizit wird von nepalesischen Organisationen und Privatleuten ausgeglichen. Mit der Erweiterung der Schule und  steigenden Schülerzahlen wird eine Konsolidierung der Kosten erwartet. Unser Ansprechpartner Shiri von der Nichtregierungsorganisation „Green Society“ konnte sich leider in den letzten Monaten nicht so einbringen wie gewohnt, da er im Oktober 2018 von einem Nashorn schwer verletzt wurde und mehrere Monate im Krankenhaus lag. Zwischenzeitlich konnte er aber sein Engagement für die Schule wieder aufnehmen. Wie sinnvoll eine finanzielle Unterstützung der Schule auch von „Augenzeugen“ gesehen wird, mögen mehrere Geld- und Sachspenden unter Beweis stellen, die Rolf Dieter Löw während seines Aufenthalts in Nepal von Touristen entgegennehmen durfte.

 

Mitraniketan/Indien:

Die 18. Reise einer Gruppe des Heisenberg-Gymnasiums nach Mitraniketan hat im Februar 2019 stattgefunden. 31 Schülerinnen und Schüler, einige Eltern und Lehrer leisteten während ihres Aufenthalts praktische Entwicklungshilfe vor Ort. Ein wenig anders als in den Vorjahren – bedingt durch die Tatsache, dass die bisherigen Maßnahmen zur Wasserversorgung die schlimmsten Engpässe beseitigen konnten – wurde der Schwerpunkt der Aktivitäten auf die Instandsetzung und Erneuerung einiger Gebäude gesetzt.

Da Mitraniketan neben der schulischen Bildung auch berufliche Fertigkeiten vermittelt, betreibt es  Werkstätten wie z.B. eine Schmiede oder eine Schreinerei. Die alten Backsteingebäude waren in die Jahre gekommen und eine tatkräftige Gruppe von Schülern, angeleitet durch die kompetente Aufsicht und Anleitung eines Vaters, riss das Dach der alten Schmiede sowie einige marode Mauern ab und half bei der Erneuerung der Dachkonstruktion mit. Parallel dazu wurden die alten Eisentore geschmirgelt und gestrichen.

Eine zweite Gruppe baute einen Zugangsweg zu dem neuen Boys Hostel. Das steile Gelände birgt die Gefahr, dass während der Monsunzeit große Wassermengen die Erde bis auf die harte und undurchlässige Lateritschicht wegspülen. Um dies zu verhindern, wurden zunächst Gräben zur Errichtung einer Schutzmauer auf beiden Seiten des Wegs ausgehoben, bevor die benötigten Granitsteine zur Baustelle per Muskelkraft transportiert wurden. Das eigentliche Mauerwerk wurde durch einen lokalen Maurer errichtet, der auch den Zugangsweg asphaltierte. Das Endergebnis konnte noch vor der Abreise der Gruppe besichtigt werden.

Eine dritte Schülergruppe, ausgestattet mit Malerutensilien und Abrisswerkzeugen, widmete sich einigen Räumen im Peoples College, vorgesehen für die Unterbringung der Mädchen, die dort eine berufliche Ausbildung absolvieren. Die Außenanlage musste zunächst gesäubert werden, ein alter und poröser Zementtank musste weichen, an dessen Stelle die künftigen Bewohnerinnen ihre Wäsche waschen können. Harte Arbeit mit einem sehenswerten Ergebnis! Die seit Jahren ungenutzten Räume wurden ausgemistet, hergerichtet und gestrichen. Praktisch und zentral gelegen ist ein neu gestalteter und gekachelter Raum mit Duschen und Toiletten. In Zukunft können dort wieder alle an der fachlichen Ausbildung teilnehmenden Mädchen untergebracht werden.

Neben diesen Renovierungsarbeiten besichtigte Uli Schmitz alle bisher vom Verein finanzierten Gebäude und Anlagen, erstellte – soweit erforderlich –  eine Mängelliste und besprach die  noch bevorstehende Renovierung des alten Girls Hostels. Erfreuliches Ergebnis für alle, die das Umfeld kennen: Es wird kein neues Gebäude mehr errichtet, sondern das alte, wunderschöne und im Kerala-Stil erbaute Haus erhalten. Die Bausubstanz ist besser als erwartet und kann durch einfühlsamen Einsatz modernen Materials kostengünstig restauriert werden. Die Finanzierung durch den Verein ist durch Rücklagen gesichert.

 

Sakhinettipalli/Indien: 

Nach den verheerenden Monsunniederschlägen des letzten Jahres, verursacht durch  tropische Wirbelstürme (Cyclone), mussten größere Beträge des ohnehin knapp bemessenen Budgets für Wiederinstandsetzungsarbeiten ausgegeben werden. Das Wasser hatte den Campus überflutet und Erde abgeschwemmt sowie Gebäude beschädigt. Dennoch konnten die meisten von uns geförderten Maßnahmen durchgeführt werden. Sehr wichtigwaren die Schutzmaßnahmen zur Sicherheit derKinder vor Übergriffen durch Banden von Kleinkriminellen, Bettlern und radikalisierten Hindugruppen, aber auch vor herumstreunenden halbwilden Hunden oder anderen Tieren. Eine Schutzmauer einschließlich eines massiven Eingangstores  umzieht nun das gesamte Projekt und bietet eine gewisse Sicherheit. Weitere von uns geförderte Ausgaben wurden u.a. getätigt für Gaskocher und Geschirr für die Küche,  eine Waschmaschine, eine Kühltruhe, die Fertigstellung des Heißwassersystems sowie eine zahnärztliche Untersuchung und ggf. Behandlung der Kinder. Hinzu kommen natürlich die laufende Versorgung der Kinder sowie der Unterhalt der Schule. Dies ist nur möglich durch den unermüdlichen Einsatz der Familie Nathan und ihre Spenden. 

Indien als Volkswirtschaft macht zwar große Fortschritte, es ist aber offensichtlich immer noch nicht möglich (aus vielerlei Gründen), die Armut in großen Landesteilen zu beseitigen. Daher ist unser/Ihr Engagement so wichtig. Es hilft konkret einzelnen  Menschen. Ein weiteres Beispiel, zitiert aus einem Brief der Familie Nathan,  soll dies verdeutlichen: „Letztes Jahr brachte ein Mann zwei Kinder aus dem nahegelegenen Distrikt zu uns. Er kannte unser Projekt durch einen Koch, der bei uns gearbeitet hatte. Diese zwei Kinder haben ihre Eltern verloren und kämpften auf der Straße um ihr Überleben. Sie waren, als sie zu uns kamen, in einer schrecklichen Verfassung. Sie lebten von Abfall. Manchmal fanden sie noch brauchbare Dinge und konnten sie verkaufen, um sich ab und an etwas zu essen leisten zu können. Sie schliefen meist an den Eisenbahnschienen in der Nähe eines Shopping Centers. Seit Thupakula und Pravar hier sind, hat sich ihr Leben komplett geändert. Sie sind sehr glücklich in unserem Haus, werden gut versorgt und gehen  hier zur Schule.“

 

Windhoek/Namibia: 

Einst deutsche Kolonie, bis 1990 unter der Herrschaft des südafrikanischen Apartheid-Systems, ist Namibia heute zwar eines der wohlhabendsten Länder Afrikas, aber auch das mit den größten Einkommens- und Bildungsunterschieden. Ca. 20 % der namibischen Kinder sind verwaist und fast ebenso viele, trotz des gut etablierten Schulsystems, ohne Schulbildung. Das Schul- und Sozialprojekt „Family of Hope Services“, 2003 von einer botswanischen Sozialarbeiterin gegründet, möchte diesen Ungleichheiten mit einem innovativen Konzept entgegenwirken. Mit einer vielseitigen Sozialarbeit, wie der Hilfe bei Behördengängen oder der Trauma-Behandlung, liegt der Schwerpunkt des Projektes auf der (Wieder-)Eingliederung der Jugendlichen in Schule und alltägliches Leben. Das Herzstück ist die kleine, aus Containern zusammengezimmerte Schule in Katutura, einer informellen Siedlung am Rande Windhoeks. Die Schule nimmt kostenlos Kinder auf, die nicht lesen und rechnen können und/oder Konzentrations-schwierigkeiten durch Erkrankung, Unterernährung oder Traumata haben. Ziel ist es, dass jedes Kind nach drei Jahren (wieder) eine staatliche Schule besuchen kann. Die bisher eingerichteten drei Klassen wurden auf Grund eines Umzuges in zwei Klassenräumen unterrichtet, was den Lernerfolg sehr erschwerte. Mittel wurden daher dringend für den Bau eines dritten Klassenzimmers (40.000 ND), für die entsprechende Einrichtung sowie für neue Schulbücher (16.000 ND) benötigt. „Zukunft für Kinder“ hat dieses Vorhaben mit 4.000 Euro unterstützt. Der Kontakt entstand über einen Namibia-Aufenthalt eines Vereinsmitgliedes, woraus sich ein anschließendes Volontariat an der Schule sowie eine gute Beziehung zu den einheimischen Lehrer  n und der Leiterin Foibe Silvanus ergeben hat. Eine Fortführung unseres Engagements für dieses Projekt hängt allerdings von der künftigen Zusammenarbeit ab. Insbesondere müssen Projektanträge bzw. -vorschläge, Kostenpläne sowie entsprechende Nachweise (Fotos) und Rechnungen zeitnah geschickt werden.

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Stand der Projekte in 2018

Katmandu/Nepal 

Das Schulgebäude in der Nähe von Katmandu (Sauraha) ist fertiggestellt, Klassenzimmer und Toiletten sind gefliest, die Elektroinstallation ist bis auf wenige Ausnahmen installiert. Der Auftrag zur Herstellung der Schulbänke, -tische und sonstigen Möbel ist vergeben. Die Geländer an den Außengängen vor den Klassenzimmern und im Treppenhaus wurden installiert. Arbeitsverträge mit elf Lehrern, die im nächsten Schuljahr den Unterricht halten werden, wurden erfolgreich abgeschlossen. Außerdem wurde ein Schulbus angeschafft, der morgens die Schüler aus den umliegenden Dörfern einsammelt und abends nach Schulende in ihre Dorfgemeinschaften zurückbringt.

Die feierliche Eröffnung der Schule hat stattgefunden.  Auch wir haben die Gelegenheit wahrgenommen und konnten uns persönlich von der immensen Aufbauleistung des Projektträgers überzeugen. Erinnert sei in diesem Zusammenhang an die politischen und ökonomischen Querelen in der Folge des schweren Erdbebens in Nepal.

Wenngleich der Schulbetrieb offiziell erst im April 2018 startete, waren bis dahin  eine Teilnutzung der Schule für soziale bzw. kommunale Zwecke (Bibliothek, Erwachsenenbildung etc.) aktiv. Für die EDV-Versorgung der Schule sind bereits einige Laptops als Spenden überreicht worden.

 

 

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Mitraniketan/Indien

  

In Mitraniketan wurde in den letzten Jahren sehr viel Wert auf die Verbesserung der Trinkwasserversorgung gelegt. Diese Hilfe hat Früchte getragen. Trotz der zu geringen Regenwasserfälle in 2016 reichten die Wasservorräte fast bis zum Ende des Schuljahrs im Frühjahr 2017, so dass der Schulbetrieb nicht (wie zwei Jahre zuvor) eingestellt werden musste. Die von uns finanzierten Tiefbrunnen sowie die bisher errichteten Regenwassertanks haben sich bewährt, auch wenn wiederum Trinkwasser dazugekauft werden musste. Das Thema Wasserversorgung wird uns auch künftig weiter beschäftigen, weil die Regenfälle während der Monsunzeiten in den letzten Jahren im Mittel geringer ausgefallen sind und der zweite Monsun fast ausgeblieben ist. Trinkwasser ist in Indien gerade in den Trockenzeiten sehr teuer und belastet das finanzielle Budget Mitraniketans zusätzlich.

Aus diesem Grund hat sich die Gruppe des Heisenberg-Gymnasiums, die im Februar 2018 zum 16. Mal Mitraniketan besucht hat, um praktische Entwicklungshilfe vor Ort zu leisten, auf die Verbesserung der Wasserversorgung konzentriert. Vier weitere Fundamente für Wassertanks, die das (knappe) Regenwasser von den Dächern aufsammeln sollen, wurden von den Schülerinnen und Schülern gebaut. Die Heisenberger hoben die Löcher aus, schleppten (oder rollten) über längere Strecken schwere Granitsteine, halfen beim Mauern, Betonieren und Verputzen der Fundamente und stellten anschließend die ebenfalls von uns finanzierten Tanks auf. Darüber hinaus wurden die Tiefbrunnen mit Gittern, die zuvor mit Rostschutzmitteln behandelt und gestrichen worden waren, abgesichert.

Nachdem im letzten Jahr das neue zweistöckige Mädchenwohnheim feierlich eingeweiht worden war, wohnen inzwischen alle Mädchen (über 100) in dem komplett fertiggestellten Gebäude. Wenngleich so erneut ein räumlicher Engpass entstanden ist, war ein weiteres Bewohnen des alten Girls-Hostels unter den (nicht mehr) gegebenen technischen und hygienischen Bedingungen absolut unzumutbar. Künftige Aufgabe muss daher die Sanierung des früheren Mädchenwohnheims sein. Allerdings übersteigen die geschätzten Gesamtkosten einer Renovierung von etwa 50.000 Euro das Budget unseres Vereins deutlich und können nur über einen weiteren Antrag an das Bundesministerium für Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) finanziert werden. Der Anteil für „Zukunft für Kinder“ würde 25 Prozent betragen. Die Mitgliederversammlung unseres Vereins hat im April 2017 beschlossen, diese Fördermittel für das Jahr 2018  zu beantragen und bereits in diesem Jahr 7.500 Euro für das neue Projekt  zurückzustellen. Um die räumlich beengte Situation kurzfristig etwas abzumildern, haben die Schülerinnen und Schüler des Heisenberg-Gymnasiums zwei Zimmer des alten Mädchenwohnheims provisorisch als Aufenthaltsräume hergerichtet.

Insgesamt steht das „Projekt“ Mitraniketan auf einer soliden Basis. Die Neubauten sind weitgehend abgeschlossen. Selbstverständlich müssen immer wieder Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt werden, um die Gebäude sowie die Infrastruktur Mitraniketans dauerhaft zu erhalten und den Kindern und allen Bewohnern ein menschenwürdiges Leben, Lernen und Arbeiten zu ermöglichen.

 

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Sakhinettipalli/Indien

Unser Projekt zur Unterstützung der Waisen und behinderten Kinder in Sakhinettipalli steht seit vielen Jahren – auch durch unsere Unterstützung – auf einer soliden Basis und wird auch in Zukunft gut florieren. Dies liegt auch an der überschaubaren Größe und der aufopferungsvollen Arbeit und Fürsorge der Familie Nathan vor Ort. Nach wie vor werden ca. 50 Kinder auf  dem Campus betreut. Sie sind weitgehend in die Familie integriert, was allein schon eine riesige Aufgabe darstellt.

Einige der Schüler, die wir noch von unseren Aufenthalten 2010 und 2012 kennen, haben inzwischen das Camp verlassen und eine Arbeit gefunden. Manche haben mittlerweile sogar geheiratet und eine Familie gegründet. Einige von den älteren Schülern konnten einen Schulabschluss machen (grade 10th public exams)

Für die nächste Zeit sind  aber weitere Investitionen notwendig, um die Bedingungen für die Kinder zu verbessern. So sind Instandhaltungsarbeiten in den Toiletten und Waschräumen durchzuführen. Das Drainagesystem muss erneuert bzw. neu angelegt werden. Dies ist eine ganz wichtige Aufgabe, denn stehendes Wasser birgt in den Tropen immer große Gefahren für die Übertragung von Krankheiten wie Malaria etc. Eine Mauer um den Campus soll die Kinder in Zukunft besser vor unerwünschten „Besuchern“, streunenden Hunden und wilden Tieren schützen. Eine eigene Solar-Stromanlage soll die unsichere staatliche Versorgung ergänzen. Aber auch einfache Maßnahmen, wie z.B. die Ausstattung der Schlafräume mit Moskitonetzen, wollen finanziert werden. Daneben fallen natürlich noch die laufenden Kosten für die Versorgung der Kinder sowie für die Schule an. Sie sehen also, es gibt genug zu tun und für uns gute Gründe, dieses Projekt weiterhin zu unterstützen.

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Informationen verpasst? Bitte hier Stand der Projekte in 2016 lesen –

Katmandu/Nepal

Im Mai 2016 hat unser Vereinsmitglied Rolf Dieter Löw das von uns unterstützte Schulneubauprojekt in Nepal besucht und konnte sich selbst davon überzeugen, dass der fast fertiggestellte Rohbau keinerlei Schäden durch das schwere Erdbeben im Frühjahr 2015 aufwies. Weniger erfreulich war allerdings die Tatsache, dass seit dem letzten Besuch Anfang 2015 kein Fortschritt zu erkennen war. Verantwortlich für diese Verzögerung waren das schwere Erdbeben und politische Konflikte, die zu einer Schließung der Grenze zwischen Nepal und Indien führten. Durch diese Ereignisse kam es zu einem extremen Mangel an Baumaterialien und zu einem exorbitanten Preisanstieg dieser Güter. Unsere Partnerorganisation „Green Society“ in Nepal musste daraufhin vorübergehend die Bautätigkeiten einstellen. Erst im Mai 2016 wurde die Bautätigkeit wieder aufgenommen und mit der Toilettenanlage und den Waschräumen begonnen. Geplant ist nun die Eröffnung im April 2017. Trotz einer Normalisierung der politischen und wirtschaftlichen Situation in Nepal sind die Kosten höher als gedacht. Nach Rücksprache ist deshalb unsere Spende für 2015 nicht für den Kauf von Schulmöbeln verwendet worden, sondern für den Innenausbau. Eine weitere Unterstützung wird nach Vorlage eines geeigneten Vorschlags und einer konkreten Kostenaufstellung erfolgen. Wünschenswert ist darüber hinaus, dass die wohl durch das Erdbeben bedingten Probleme mit der Kommunikation zukünftig abgestellt werden. In diesem Zusammenhang ist es besonders erfreulich, dass Rolf Dieter Löw ab September 2016 unser Schulprojekt in Nepal aus nächster Nähe beobachten kann, da er für drei Monate in Nepal als Kinderarzt arbeiten wird.

Mitraniketan/Indien

Im Februar 2016 wurde in einer festlichen Zeremonie das neue Mädchenwohnheim in Mitraniketan eingeweiht. Schüler, Eltern und Lehrer des Heisenberg-Gymnasiums Karlsruhe, darunter auch Mitglieder des Vereins „Zukunft für Kinder“, hatten die Tage vor der Feierstunde tatkräftig mitgeholfen, die letzten Arbeiten (das Ausmalen der Böden in den Schlaf- und Aufenthaltsräumen sowie eine Generalreinigung) abzuschließen. Die Direktorin Mitraniketans, Mrs Sethu Viswanathan, und einige Mitglieder unseres Vereins eröffneten – einem hinduistischen Ritus entsprechend – mit dem Durchschneiden von Blumengirlanden und mehreren Weihrauchopfern an die Götter das nunmehr komplett fertiggestellte Gebäude für die indischen Schülerinnen, die ihr zukünftiges Zuhause in Augenschein nehmen durften. Die Meinung aller Beteiligten war einhellig: Hier wurde ein Mädchenwohnheim geschaffen, das nicht nur funktional ist und technischen sowie hygienischen Standards entspricht, sondern in dem sich die indischen Mädchen wohlfühlen werden.

Um die Trinkwasserversorgung auch in Trockenzeiten zu gewährleisten, wurden unter Mithilfe der deutschen Schülerinnen und Schüler zwei Fundamente für Wassertanks gebaut, die das Regenwasser vom Dach des neuen Hostels sammeln. Darüber hinaus wird der Verein einen weiteren Tiefbrunnen in unmittelbarer Nähe des Wohnheims finanzieren, um die Trinkwasserversorgung der Mädchen von den immer häufiger auftretenden trockenen Perioden unabhängig zu machen.

Einen weiteren Schwerpunkt der diesjährigen Unterstützung Mitraniketans bildete die Sanierung der Töpferei, eine der Einnahmequellen zur Deckung der laufenden Kosten des Schulbetriebs. Insbesondere musste das marode Dach erneuert werden. Die Dachziegel waren porös, zerbrochen oder fehlten ganz, so dass eine Arbeit in der Töpferei während der Regenzeiten nicht mehr möglich war. Das Dach wurde von den deutschen Schülerinnen und Schülern abgetragen, die noch brauchbaren Dachziegel für eine weitere Verwendung gesammelt, der Dachstuhl teilweise ausgebessert und neu gedeckt.

Insgesamt hat das Projekt „Mitraniketan“ in den letzten Jahren an finanzieller Stabilität gewonnen. Die laufenden Kosten können erwirtschaftet werden. Probleme gibt es allerdings immer wieder, wenn zusätzliche Ausgaben notwendig sind oder Gebäude saniert werden müssen. So bestand eine weitere „kleine“ Hilfsmaßnahme darin, den Bestand an Medikamenten der Krankenstation zu ergänzen. Besonders wichtig sind Arzneien gegen Würmer und zur Behandlung von Krätzmilben – ein Parasitenbefall, der nahezu regelmäßig vorhanden ist, wenn die Kinder nach den Ferien aus ihren Heimatdörfern nach Mitraniketan zurückkehren.

Sakhinettipalli/Indien

Seit unserer Jahresversammlung sind die dort angesprochenen kurzzeitigen Kommunikationsprobleme glücklicherweise überwunden. Reverend Samuel hat uns einige Bilder übermittelt, die die im Protokoll angesprochene Verwendung der Gelder bis dahin bestätigen. Vor allem die Geräte zur Aufbereitung des Trinkwassers scheinen technisch aufwendig und umfangreich zu sein. Aber auch die neuen Betten, Matratzen und Decken einschließlich neuer Bettgestelle sehen recht ansprechend aus. Reverend Samuel übermittelt uns weiterhin, dass es allen Heimbewohnern gut geht und dass die Schule trotz einiger Probleme recht ordentlich funktioniert. Es müssen aber noch mehr externe Schüler aus dem Dorf und der näheren Umgebung gewonnen werden, damit sich die Kosten besser verteilen. Der Kauf eines von uns mitfinanzierten Vans, der diese Kinder zur Schule und zurück fahren soll, kann hier gute Dienste leisten.

Rev. Samuel bedankt sich noch einmal sehr für unsere Spenden, die eine große Hilfe für das Projekt darstellen, das ansonsten mit recht eingeschränktem Budget ausgestattet ist. Alle, vor allem auch die Kinder, würden sich sehr freuen, wenn wieder einmal ein Besuch aus Deutschland nach Sakhinettipalli kommen könnte. Vielleicht wird das in näherer Zukunft auch wieder einmal möglich sein! Der bisherige Verlauf der Zusammenarbeit macht uns sehr zuversichtlich, dass auch die Spende für die neuen Projekte (siehe Protokoll) in vollem Umfang entsprechend unserer Vereinbarungen verwendet wird.