Mitraniketan, Indien

„Mitraniketan“ bedeutet: „Stätte der Freunde“.

Es war einmal… so beginnt jedes Märchen, das zum Träumen, Hoffen und einem guten Ende führt. Auch dieses könnte so beginnen und uns durch eine spannende Geschichte führen…

Im Jahr 1956 gründete K. Viswanathan in der Nähe seiner Geburtsstadt Vellanad,  nahe der Berge nordöstlich der Hauptstadt Keralas, in Trivandrum (Thiruvananthapuram), ein Projekt, das in erster Linie den Kindern aus der Umgebung Schule und Ausbildung bieten sollte. Zu dieser Zeit war nahezu das gesamte Areal erodiert, unfruchtbar und ohne Wasser.

Das Projekt sollte in erster Linie den unterprivilegierten Kindern und Jugendlichen der Gegend eine Schulausbildung bieten und sie weiter bis zu einer, meist handwerklichen, Ausbildung begleiten, so dass sie in ihre Dörfer zurückkehren um dort, eigenständig, eine Existenz aufbauen können.

Heutzutage ist Mitraniketan eine 500 Seelen Gemeinde, die fast 100 aktive Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen beheimatet. Verteilt auf fast 243.000 m² mit wunderschönen, fantastisch schlichten jedoch perfekt der Witterung angepassten Backsteingebäuden, funktioniert die Schule und bietet während der Schulzeit fast 400 Kindern auch Unterkunft und Kantine. Besucher sind willkommen und können im guest house unterkommen. Und wem die lange Reise abschrecken sollte, kann sich über die offizielle website des Mitraniketan Projektes einen Einblick erschaffen.

Viswanathan (geb 1928) war bereits als Jugendlicher beeinflusst von den Idealen Mahatma Gandhis und, ebenso wie dieser, überzeugt von der Notwendigkeit gewaltlosen Wandels der indischen Gesellschaft. Somit legte er großen Wert auf nicht karitatives Handeln im Sinne einer Verteilung von Almosen, sondern kämpft dafür, sie aus der Verelendung zu befreien. Sein Ansatz war und ist die schulische Bildung, um eine neue Generation gut ausgebildeter, selbstbewusster Menschen, die imstande sein werden, aktiv ihr eigenes Lebens zu gestalten zu unterstützen. Nach Studienaufenthalten in den USA, Dänemark und England, wo er sich spezifisch mit Fragen ganzheitlicher Erziehung, dem Zusammenhang zwischen Wissen und praktischem Wirken, beschäftigte, kehrte er in sein Heimatdorf zurück und begann mit einigen wenigen Getreuen das Experiment „Community-centered Education – Education-centered Community“.

Um den Schülern, die ausschließlich aus verarmten und sozial schwachen Schichten der Bevölkerung stammen, eine tatsächlich ganzheitliche Erziehung zu bieten, entwickelten sich gleichzeitig die handwerklichen Ausbildungsstätten inklusive Landwirtschaft und Gärtnerei.

Dies alles geht nicht ohne Engagement Dritter und großen Einsatz Freiwilligen, wie z.B. das Heisenberg-Gymnasium in Karlsruhe, das seit nunmehr 12 Jahren dieses Projekt mit Tat und Finanzen unterstützt. Allerdings werden Voluntäre durchaus das ganze Jahr gesucht und gebraucht. Wie Sie vor Ort anpacken können, erfahren Sie hier.

Unsere Spenden helfen, den Aufenthalt und die tägliche Verpflegung der Kinder zu sichern und haben einigen auch den Weg bis zur universitären Ausbildung ermöglicht.